Backen mit einer Springform – Brauche ich eine Springform?

Welche Springform ist die beste?

Eine gute Springform besitzt einen stabilen Spannverschluss, einen plan aufliegenden Boden und eine möglichst gleichmäßige Wärmeleitung. Welche Ausführung am besten passt, hängt von Kuchenart, gewünschter Größe und Material ab. Für viele klassische Rezepte ist eine runde Springform mit 26 cm Durchmesser die vielseitigste Wahl. Kleinere Formen eignen sich für wenige Personen und hohe Tortenböden, größere oder rechteckige Modelle für Blechkuchen und viele Gäste.

Was ist eine Springform?

Eine Springform besteht aus einem herausnehmbaren Boden und einem Rand mit Spannverschluss. Wird der Hebel geöffnet, vergrößert sich der Ring und lässt sich vom Kuchen abheben. Empfindliche Kuchen müssen deshalb nicht aus einer geschlossenen Form gestürzt werden. Das ist besonders praktisch für Käsekuchen, Obstkuchen, Biskuit- und Mürbeteigböden.

Neben runden Formen gibt es rechteckige, quadratische und herzförmige Springformen. Manche Modelle werden mit einem zweiten Boden geliefert, beispielsweise einem Rohr- oder Gugelhupfboden. Für sehr dünnflüssige Teige sind geschlossene Backformen häufig dichter als Springformen.

Welche Springformgröße ist sinnvoll?

  • 12 bis 18 cm: Mini-Kuchen, kleine Haushalte oder besonders hohe Tortenböden.
  • 20 bis 24 cm: kleinere Kuchen und Torten für ungefähr sechs bis zehn Portionen.
  • 26 cm: verbreitete Standardgröße für zahlreiche deutsche Kuchenrezepte.
  • 28 bis 30 cm: flachere oder größere Kuchen für mehr Gäste.
  • ab 32 cm: große Kuchen und Spezialrezepte; ausreichende Ofenbreite prüfen.

Die Portionszahl hängt nicht nur vom Durchmesser ab, sondern auch von Höhe, Mächtigkeit und Schnittbreite. Aus einem Kuchen mit 26 cm Durchmesser entstehen meist etwa 12 bis 16 Stücke. Sehr gehaltvolle Torten werden schmaler geschnitten als lockerer Rührkuchen.

Springform umrechnen: die richtige Formel

Bei runden Formen richtet sich die Teigmenge nach der Fläche. Der Umrechnungsfaktor lautet:

Faktor = (Durchmesser der neuen Form ÷ Durchmesser der Rezeptform)²

Alle Zutaten werden mit diesem Faktor multipliziert. Beispiel: Ein Rezept für 26 cm soll in einer 20-cm-Form gebacken werden. Die Rechnung lautet (20 ÷ 26)² = 0,59. Von jeder Zutat werden also rund 59 Prozent benötigt. Bei Eiern muss sinnvoll gerundet oder ein verquirltes Ei abgewogen werden.

Umrechnungstabelle für runde Springformen

Von / auf18 cm20 cm22 cm24 cm26 cm28 cm30 cm
18 cm1,001,231,491,782,092,422,78
20 cm0,811,001,211,441,691,962,25
22 cm0,670,831,001,191,401,621,86
24 cm0,560,690,841,001,171,361,56
26 cm0,480,590,720,851,001,161,33
28 cm0,410,510,620,730,861,001,15
30 cm0,360,440,540,640,750,871,00

Die Werte sind auf zwei Stellen gerundet. Bleibt die Teigmenge unverändert, wird der Kuchen in einer kleineren Form höher und benötigt meist länger; in einer größeren Form wird er flacher und kann früher fertig sein. Temperatur nicht pauschal ändern, sondern gegen Ende der erwarteten Backzeit mit Stäbchenprobe beziehungsweise nach Rezept kontrollieren.

Springformen aus verschiedenen Materialien

Beschichtetes Stahlblech

Beschichtetes Stahlblech leitet Wärme gut und ist bei Springformen weit verbreitet. Dunkle Formen nehmen Strahlungswärme stärker auf und können Kuchenränder schneller bräunen. Metallwerkzeuge, scharfe Messer und Scheuerschwämme können die Antihaftbeschichtung beschädigen. Pflege- und Temperaturangaben des Herstellers beachten.

Emaille

Emaille besitzt eine harte, glatte Glasoberfläche, ist schnitt- und fruchtsäurebeständiger als viele Antihaftbeschichtungen und lässt sich gut reinigen. Bei harten Schlägen kann die Emaillierung jedoch abplatzen. Emaille-Springformen sind häufig schwerer und teurer als einfache beschichtete Stahlformen.

Eine Emaille-Springform kaufen

Aluminium

Aluminium ist leicht und leitet Wärme gut. Nicht jede Aluminiumform ist automatisch antihaftbeschichtet. Unbeschichtete und beschichtete Ausführungen müssen unterschiedlich gepflegt werden. Bei stark beschädigten Beschichtungen sollte die Form entsprechend den Herstellerhinweisen ersetzt werden; Backpapier repariert keine abgelöste Beschichtung.

Springform mit Glasboden

Ein Glasboden kann zugleich als Servierplatte dienen. Der Kuchen muss nicht auf eine andere Unterlage umgesetzt werden, und beim Schneiden wird keine Metallbeschichtung zerkratzt. Trotzdem nur geeignetes Spezialglas verwenden, Temperaturschocks vermeiden und die Herstellerangaben beachten. Ob Einfetten oder Backpapier nötig ist, hängt von Rezept und Oberfläche ab.

Eine Springform mit Glasboden kaufen

Wie wird eine Springform mit Backpapier ausgelegt?

  1. Den Springformring öffnen und den Boden herausnehmen.
  2. Ein Stück Backpapier über den Boden legen.
  3. Den Ring schließen, sodass das Papier zwischen Boden und Rand festgeklemmt wird.
  4. Überstehendes Papier außen mit etwas Abstand abschneiden.
  5. Für den Rand passende Papierstreifen zuschneiden und mit etwas Fett an der Innenseite fixieren.

Wäscheklammern oder andere nicht backofengeeignete Hilfsmittel müssen vor dem Einfüllen beziehungsweise spätestens vor dem Backen vollständig entfernt werden. Bei vielen Kuchen genügt Backpapier am Boden; ein gefetteter Rand ermöglicht je nach Rezept ein besseres Hochsteigen des Teigs als Papier.

Muss eine Springform eingefettet werden?

Das richtet sich nach Rezept und Form. Rühr- und Mürbeteige benötigen häufig einen gefetteten, gegebenenfalls bemehlten Rand. Bei Biskuit wird der Rand oft nicht gefettet, damit der Teig Halt findet und gleichmäßig aufsteigen kann. Bei beschichteten Formen reicht häufig eine dünne Fettschicht oder Backpapier am Boden. Immer zuerst die Rezept- und Herstellerangaben beachten.

Wann wird der Kuchen aus der Springform gelöst?

Der richtige Zeitpunkt hängt vom Kuchentyp ab. Rührkuchen zunächst ungefähr zehn Minuten in der Form ruhen lassen. Dann den Rand bei Bedarf mit einem stumpfen Kunststoff- oder Silikonwerkzeug vorsichtig lösen und den Ring öffnen. Ein scharfes Metallmesser kann beschichtete Formen zerkratzen.

Käsekuchen und sehr empfindliche Kuchen sollten meist deutlich länger oder vollständig abkühlen, damit sie stabil werden. Biskuit kann nach kurzer Ruhe gelöst und auf einem Gitter ausgekühlt werden. Die Stäbchenprobe eignet sich für viele Rührteige, jedoch nicht gleichermaßen für cremigen Käsekuchen oder saftige Schokoladenkuchen.

Die Springform läuft aus – was tun?

Springformen sind konstruktionsbedingt nicht immer vollständig flüssigkeitsdicht. Sehr dünner Teig, geschmolzene Butter oder eine verschlissene Verbindung zwischen Ring und Boden können austreten. Vor dem Befüllen kontrollieren, ob der Boden richtig herum und vollständig in der Nut sitzt und der Verschluss ausreichend spannt.

  • Sehr flüssige Massen besser in einer geschlossenen Backform backen.
  • Backpapier zwischen Boden und Ring kann kleine Spalten reduzieren, macht die Form aber nicht garantiert dicht.
  • Die Springform auf ein Backblech oder eine geeignete Auffangunterlage stellen.
  • Bei Wasserbad-Rezepten die Form außen nach Rezept abdichten oder eine alternative Methode verwenden, damit kein Wasser eindringt.

Alufolie auf dem Ofenboden ist keine gute Lösung: Sie kann die Wärmeverteilung stören oder Oberflächen beschädigen. Ein Backblech unter der Form ist sicherer. Ist der Ring verzogen, der Verschluss locker oder die Beschichtung stark beschädigt, sollte die Springform ersetzt werden.

Welche Springform für welchen Kuchen?

Die passende Größe ergibt sich in erster Linie aus dem Rezept. Die folgenden Angaben sind verbreitete Ausgangspunkte, aber keine festen Regeln:

  • Käsekuchen: häufig 24 oder 26 cm, möglichst mit dicht schließendem Rand.
  • Apfel-, Pflaumen- und Nusskuchen: häufig 26 oder 28 cm.
  • Biskuitboden: 20 bis 28 cm je nach gewünschter Tortenhöhe.
  • Kleine Kuchen: 16 bis 20 cm; Rezeptmenge entsprechend umrechnen.
  • Blechkuchen und Donauwellen: rechteckige Form oder Backrahmen nach Rezept.
  • Pizza und herzhafte Tartes: flache Form; für sehr flüssige Füllungen auf einen dichten Boden achten.

Eckige, rechteckige und herzförmige Springformen

Rechteckige und quadratische Springformen erleichtern das Herauslösen von Blechkuchen, Brownies oder Schnitten. Bei Rezeptumrechnungen wird ihre Fläche aus Länge × Breite berechnet. Soll ein rundes Rezept in einer eckigen Form gebacken werden, wird die Fläche der neuen Form durch die Kreisfläche der ursprünglichen Form geteilt.

Herzformen eignen sich für Motivkuchen, besitzen durch die Spitze und Einbuchtung aber Bereiche, die schneller bräunen können. Den Teig gleichmäßig verteilen und die Garung kontrollieren. Verstellbare Backrahmen sind eine flexible Alternative, stehen jedoch ohne separaten Boden auf einem Backblech.

Eine eckige Springform kaufen

Eine Springform in Herzform kaufen

Springform mit Transportdeckel

Ein passender Deckel schützt den abgekühlten Kuchen beim Aufbewahren und Transportieren. Modelle mit Tragegriff sind praktisch für Feiern und Vereinsfeste. Der Deckel ist normalerweise nicht backofengeeignet und sollte erst aufgesetzt werden, wenn Kuchen und Form vollständig abgekühlt sind. Ob er luftdicht schließt, muss der Hersteller ausdrücklich angeben; viele Transporthauben schützen lediglich vor Staub und Berührung.

Eine Springform mit Deckel kaufen

Bekannte Hersteller von Springformen

Kaiser und Zenker gehören zu den etablierten Backformenmarken. Auch Dr. Oetker Back-Idee Kreativ, Städter und weitere Anbieter führen Springformen in unterschiedlichen Materialien und Größen. Sortimente und Modellbezeichnungen ändern sich regelmäßig. Deshalb nicht nur nach der Marke entscheiden, sondern Verschluss, Material, Nutzmaß, maximale Backtemperatur, Pflegehinweise und Ersatzteilmöglichkeiten vergleichen.

Springform kaufen: wichtige Kriterien

  • zum Rezept passende Größe und Randhöhe
  • stabiler Spannverschluss ohne scharfe Kanten
  • planer, korrekt sitzender Boden
  • Material passend zu Backverhalten und Pflegewunsch
  • unbeschädigte und für die gewünschte Temperatur geeignete Beschichtung
  • bei Bedarf Glasboden, Rohrboden oder Transportdeckel
  • verständliche Herstellerangaben zu Reinigung und Gebrauch

Fazit: Die richtige Springform für den Küchenalltag

Eine runde 26-cm-Springform aus gut verarbeitetem, beschichtetem Stahlblech ist für viele Haushalte die vielseitigste Grundausstattung. Emaille bietet eine besonders robuste, schnittfeste Oberfläche, während ein Glasboden das Servieren erleichtert. Wer häufig kleine Kuchen, hohe Torten oder große Mengen backt, ergänzt weitere Größen. Entscheidend sind ein zuverlässiger Verschluss, ein sauber sitzender Boden und die zum Rezept passende Fläche.