Gesund und schnell grillen mit dem Kontaktgrill

Ein Kontaktgrill erhitzt Lebensmittel gleichzeitig von oben und unten. Dadurch gelingen Panini, Gemüse, Burger und viele Fleischgerichte schnell und ohne Wenden. Moderne Geräte reichen vom einfachen Sandwichgrill über aufklappbare 3-in-1-Modelle bis zum Sensorgrill mit automatischen Programmen. In der Gastronomie kommen besonders robuste Kontaktgrills mit großen Grillflächen, schweren Gusseisenplatten und getrennt regelbaren Heizzonen zum Einsatz.

Wie funktioniert ein Kontaktgrill?

Die Funktionsweise ähnelt einem Waffeleisen: Das Grillgut liegt zwischen zwei beheizten Platten und erhält von beiden Seiten direkten Kontakt zur Wärmequelle. Das verkürzt die Garzeit und macht ein Wenden meist überflüssig. Anders als ein offener Gastrogrill erzeugt ein Kontaktgrill jedoch kein typisches Holzkohle- oder Raucharoma.

Gerillte Platten hinterlassen Grillstreifen und lassen austretendes Fett beziehungsweise Flüssigkeit in Richtung Auffangschale ablaufen. Glatte Platten eignen sich unter anderem für Eier, Pfannkuchen und empfindlichere Zutaten. Bei Wendeplatten befinden sich beide Oberflächen auf einer Platte. Die tatsächliche Verwendung hängt von der Ausstattung des jeweiligen Modells ab.

Welche Arten von Kontaktgrills gibt es?

Klassischer Kontaktgrill

Bei einem klassischen Gerät liegen Ober- und Unterplatte auf dem Grillgut. Ein beweglich gelagerter Deckel passt sich unterschiedlich dicken Lebensmitteln an. Diese Bauform eignet sich besonders für Panini, Sandwiches, Burgerpatties, Steaks und Gemüse. Ein Höhenanschlag ist praktisch, wenn die obere Platte empfindliches Grillgut nicht zusammendrücken oder beim Überbacken keinen direkten Kontakt haben soll.

Aufklappbarer Kontakt- und Tischgrill

Viele Haushaltsgeräte lassen sich um 180 Grad öffnen. Beide Platten bilden dann eine größere Tischgrillfläche. Ober- und Unterseite arbeiten in dieser Position nebeneinander statt übereinander. Besonders flexibel sind Modelle, bei denen sich beide Zonen getrennt temperieren lassen.

Automatischer Sensorgrill

Sensorgrills passen Temperatur und Garzeit abhängig vom gewählten Programm und den ermittelten Eigenschaften des Grillguts an. Eine Anzeige informiert je nach Modell über den Garfortschritt. Das ist komfortabel, ersetzt bei leicht verderblichen Lebensmitteln aber nicht die Kontrolle der Kerntemperatur.

Gastro-Kontaktgrill

Ein Kontaktgrill für die Gastronomie ist für häufige Nutzung und hohe Belastung konstruiert. Typisch sind ein Edelstahlgehäuse, schwere Grillplatten, eine große Fettauffangschale und eine stufenlose Temperaturregelung. Breite Doppelgeräte besitzen teilweise zwei getrennt regelbare Grillzonen. Vor dem Kauf sind Anschlusswert, Stellfläche, Gewicht und die erforderliche Absicherung zu prüfen.

Kontaktgrill mit Wechselplatten: sinnvoll oder überflüssig?

Herausnehmbare Platten erleichtern vor allem die Reinigung. Zusätzliche Plattensätze können den Grill außerdem in ein Waffeleisen oder einen Sandwichmaker verwandeln. Manche Gerätesysteme bieten Backschalen zum Gratinieren, Schmoren oder Backen. Vor dem Kauf sollte geprüft werden, welche Platten bereits zum Lieferumfang gehören und welche nur separat erhältlich sind.

Viele Haushaltsgeräte verwenden beschichteten Aluminiumguss, der sich schnell erwärmt und vergleichsweise leicht ist. Gusseisen speichert Wärme sehr gut, erhöht aber das Gewicht. Keramische Beschichtungen sind nicht automatisch kratz- oder stoßfest. Für sämtliche beschichteten Flächen empfiehlt sich Grillbesteck aus Holz, Kunststoff oder Silikon statt Metall.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

  • Grillfläche: Nicht nur die Außenmaße zählen. Vergleichen Sie die tatsächlich nutzbare Plattenfläche und die Zahl der üblichen Portionen.
  • Leistung und Aufheizverhalten: Eine hohe Wattzahl kann kurze Aufheizzeiten unterstützen, sagt allein aber wenig über Temperaturstabilität und Wärmeverteilung aus.
  • Temperaturregelung: Eine stufenlose oder mehrstufige Regelung ist flexibler als ein Gerät mit nur einer Temperatur.
  • Plattenform: Gerillte, glatte oder wendbare Platten eignen sich für unterschiedliche Speisen.
  • Deckelaufhängung: Ein beweglicher Deckel sollte auch auf dickerem Grillgut möglichst parallel aufliegen.
  • Höhenverstellung: Ein Höhenanschlag erleichtert das Überbacken und schützt empfindliche Zutaten vor zu starkem Druck.
  • Öffnungswinkel: Ein um 180 Grad aufklappbares Modell kann zusätzlich als Tischgrill verwendet werden.
  • Reinigung: Abnehmbare Platten und eine herausziehbare Fettauffangschale sparen Zeit. Spülmaschinenfestigkeit muss ausdrücklich angegeben sein.
  • Fettablauf: Eine leichte Plattenneigung und gut positionierte Rinnen leiten austretende Flüssigkeit in die Auffangschale.
  • Sicherheit: Wichtig sind ein stabiler Stand, wärmeisolierte Griffe und ein ausreichend langes Anschlusskabel.
  • Aufbewahrung: Bei wenig Platz sind eine Verriegelung, Kabelaufwicklung und vertikale Lagerung hilfreich.

Vorteile und Grenzen eines Kontaktgrills

Vorteile

  • gleichzeitige Hitze von oben und unten
  • meist kein Wenden erforderlich
  • schnelles Aufheizen und kurze Garzeiten
  • geeignet für Panini, Gemüse, Burger, Fleisch und weitere Speisen
  • Fett kann über Rillen in eine Auffangschale ablaufen
  • bei aufklappbaren Geräten eine größere Tischgrillfläche
  • ganzjährige Nutzung in der Küche, sofern vom Hersteller vorgesehen

Grenzen

  • kein typisches Holzkohle- oder Raucharoma
  • bei fettreichem Grillgut können Rauch, Dampf und Gerüche entstehen
  • geschlossene Geräte bieten häufig weniger Grillfläche als große Außen- oder Gastrogrills
  • Automatikprogramme passen nicht zu jeder Form und Zusammensetzung des Grillguts
  • nicht jedes Modell ist für den Betrieb im Freien zugelassen

Aktuelle Kontaktgrills und Produktreihen

Welcher Kontaktgrill der beste ist, hängt vom Einsatz ab. Automatikmodelle setzen andere Schwerpunkte als vielseitige Tischgrills oder schwere Gastrogeräte. Die folgenden Modellreihen stehen beispielhaft für aktuelle Produktgruppen; Ausstattung und Lieferumfang können je nach Variante abweichen.

Tefal OptiGrill

Die OptiGrill-Reihe arbeitet mit automatischen Programmen und einer Garfortschrittsanzeige. Der Grill berücksichtigt im Automatikbetrieb unter anderem die Dicke des eingelegten Grillguts. Neben Modellen in Standardgröße gibt es XL-Varianten für eine größere Grillfläche. Multifunktionsmodelle wie der OptiGrill 4in1 verbinden Kontaktgrill, aufgeklappten Tischgrill, Ofenfunktion und vollständige Mahlzeiten in einer mitgelieferten Backschale.

Gastroback Design BBQ

Gastroback bietet aufklappbare Kontaktgrills der Design-BBQ-Reihe für den Haushalt an. Der Design BBQ Advanced Control kombiniert Programme mit einem Grillthermometer zur Kontrolle der Kerntemperatur. Andere Varianten setzen auf manuelle Temperaturwahl und eine große, aufgeklappte Grillfläche. Vor dem Kauf lohnt der Vergleich von Plattengröße, Temperatursteuerung und mitgeliefertem Zubehör.

Sage The Smart Grill Pro

Der Sage The Smart Grill Pro richtet sich an Nutzer, die einen aufklappbaren Kontaktgrill mit Temperaturfühler suchen. Unterschiedliche Höhenpositionen der Oberplatte und eine große geöffnete Grillfläche machen das Gerät vielseitig. Aufgrund seiner Abmessungen sollte vorab ausreichend Stell- und Aufbewahrungsfläche eingeplant werden.

Kontaktgrills von Bartscher

Bartscher führt Kontaktgrills für den professionellen Einsatz in verschiedenen Breiten und Plattenausführungen. Je nach Modell stehen gerillte oder glatte Grillflächen sowie Einzel- und Doppelgeräte zur Wahl. Entscheidend sind der benötigte Durchsatz, die elektrische Anschlussleistung und die tägliche Reinigungsroutine.

Neumärker Kontaktgrills

Neumärker bietet professionelle Kontaktgrills unter anderem mit Gusseisen- oder Glaskeramikflächen an. Glaskeramik besitzt eine glatte Oberfläche und lässt sich anders reinigen als gerilltes Gusseisen. Breite Ausführungen können getrennt regelbare Zonen besitzen. Da sich Baureihen und Ausstattungen ändern, sollten die Daten des konkret angebotenen Gastrogeräts geprüft werden.

Kontaktgrill richtig verwenden

  1. Vor der ersten Nutzung Platten und Auffangschale nach Anleitung reinigen.
  2. Gerät auf eine stabile, hitzebeständige Fläche mit ausreichend Abstand zu empfindlichen Gegenständen stellen.
  3. Platten nur dann einölen oder einbrennen, wenn der Hersteller dies für die jeweilige Oberfläche empfiehlt.
  4. Kontaktgrill schließen und bis zur vorgesehenen Temperatur vorheizen.
  5. Grillgut nicht dicker einlegen, als Scharnier und Höhenverstellung erlauben.
  6. Beschichtete Platten ausschließlich mit geeignetem Grillbesteck berühren.
  7. Bei rohem Fleisch und Geflügel die sichere Kerntemperatur kontrollieren.

Pauschale Grillzeiten sind unzuverlässig. Sie verändern sich mit Dicke, Ausgangstemperatur, Zusammensetzung, Plattentemperatur und Kontakt zum Deckel. Ein T-Bone-Steak benötigt beispielsweise wegen Knochen und ungleichmäßiger Dicke eine andere Behandlung als ein flaches Burgerpatty. Verwenden Sie bei kritischen Lebensmitteln ein sauberes Einstichthermometer und beachten Sie die geltenden Empfehlungen zur Lebensmittelsicherheit.

Steak im Kontaktgrill zubereiten

  1. Steak trocken tupfen und den Grill vollständig vorheizen.
  2. Je nach Beschichtung Fleisch oder Platte dünn mit hitzebeständigem Öl bestreichen.
  3. Steak einlegen und den Deckel ohne übermäßigen Druck auflegen.
  4. Gargrad mit Automatikprogramm oder besser anhand der Kerntemperatur kontrollieren.
  5. Steak nach dem Grillen kurz ruhen lassen und anschließend würzen beziehungsweise servieren.

Ob vor oder nach dem Grillen gesalzen wird, ist vor allem eine Frage von Methode und Timing. Salz entzieht einem Steak nicht innerhalb weniger Sekunden die gesamte Feuchtigkeit. Wird frühzeitig gesalzen, sollte das Fleisch jedoch genügend Zeit erhalten, die austretende Flüssigkeit wieder aufzunehmen. Für ein schnelles Vorgehen kann direkt vor dem Grillen gesalzen werden.

Panini mit Tomate, Mozzarella und Pesto

Für zwei Panini benötigen Sie zwei Paninibrötchen, zwei Tomaten, etwa 125 g Mozzarella, etwas Basilikumpesto sowie Salz und Pfeffer. Schneiden Sie die Tomaten auf einem Schneidbrett in dünne Scheiben und lassen Sie den Mozzarella gut abtropfen. Bestreichen Sie die aufgeschnittenen Brötchen sparsam mit Pesto, belegen Sie sie mit Tomate und Mozzarella und würzen Sie nach Geschmack. Im vorgeheizten Kontaktgrill garen, bis das Brot knusprig und der Käse geschmolzen ist.

Grillgemüse aus dem Kontaktgrill

Schneiden Sie Zucchini, Aubergine, Paprika, Champignons und Zwiebel in gleichmäßige Stücke. Für eine einfache Marinade verrühren Sie etwas hitzebeständiges Öl mit Zitronensaft, Knoblauch, Rosmarin, Thymian, Salz und Pfeffer. Gemüse sparsam marinieren und überschüssige Flüssigkeit abtropfen lassen. Anschließend portionsweise grillen, damit die Fläche nicht überfüllt wird und das Gemüse bräunt statt nur zu dünsten.

Kontaktgrill reinigen

Am einfachsten gelingt die Reinigung, wenn Speisereste noch nicht vollständig eingetrocknet sind. Ziehen Sie zuerst den Netzstecker und lassen Sie das Gerät so weit abkühlen, dass keine Verbrennungsgefahr mehr besteht.

  1. Lose Krümel und Fett mit einem weichen Tuch oder dem mitgelieferten Schaber entfernen.
  2. Abnehmbare Platten herausnehmen und entsprechend der Anleitung von Hand oder in der Spülmaschine reinigen.
  3. Fest eingebaute Platten mit einem feuchten, weichen Tuch säubern. Es darf kein Wasser in das Gehäuse laufen.
  4. Fettauffangschale leeren, reinigen und vollständig trocknen.
  5. Gehäuse feucht abwischen und alle Teile erst trocken wieder einsetzen.

Scheuermittel, Stahlwolle, Messer und Metallschaber können Beschichtungen beschädigen. Auch herausnehmbare Platten sind nicht automatisch spülmaschinengeeignet. Bei unbeschichtetem Gusseisen gelten andere Pflegehinweise als bei Aluminiumguss, Keramik oder Glaskeramik; maßgeblich ist stets die Bedienungsanleitung.

Häufige Fragen zum Kontaktgrill

Kann ein Kontaktgrill ohne Öl verwendet werden?

Auf intakten Antihaftplatten benötigen viele Lebensmittel kein oder nur sehr wenig zusätzliches Öl. Bei magerem Grillgut kann eine dünne Ölschicht Geschmack und Bräunung verbessern. Unbeschichtete Gusseisenplatten werden nach den Vorgaben des Herstellers gepflegt und gegebenenfalls eingebrannt.

Darf ein Kontaktgrill draußen stehen?

Nur wenn das Gerät ausdrücklich für den Außenbereich freigegeben ist. Viele Kontaktgrills sind reine Küchengeräte und dürfen weder Regen noch Feuchtigkeit ausgesetzt werden. Auch Verlängerungskabel und Steckdose müssen für den jeweiligen Einsatzort geeignet sein.

Ist Grillen im Kontaktgrill rauchfrei?

Nein. Ein Kontaktgrill verursacht zwar keine Rauchentwicklung durch Holzkohle, doch Fett, Marinade und Speisereste können auf heißen Platten rauchen. Überschüssige Marinade sollte entfernt, die Auffangschale regelmäßig geleert und die Küche ausreichend gelüftet werden.

Fazit: Welcher Kontaktgrill passt zu wem?

Für Panini und gelegentliche kleine Mahlzeiten genügt ein kompakter Kontaktgrill mit gutem Fettablauf. Wer abwechslungsreich grillen möchte, profitiert von herausnehmbaren Wendeplatten, einstellbarer Temperatur und einer 180-Grad-Öffnung. Sensorgrills sind interessant, wenn automatische Programme und eine Garfortschrittsanzeige gewünscht werden. Im professionellen Betrieb stehen dagegen robuste Materialien, große Grillfläche, schnelle Temperaturerholung und eine einfache hygienische Reinigung im Vordergrund.

Ältere Kontaktgrill-Modelle

In früheren Vergleichen werden häufig der Tefal GC241D Inicio, der GC3060 sowie die älteren OptiGrill-Modelle GC702D und GC722D genannt. Diese Geräte können weiterhin als Restposten oder gebraucht erhältlich sein. Vor dem Kauf empfiehlt sich der Vergleich mit aktuellen Standard-, XL- und Multifunktionsmodellen, insbesondere bei Plattengröße, Automatikprogrammen, Ersatzteilversorgung und verfügbarem Zubehör.

Hinweis: Modellvarianten, Programme, Temperaturen und Lieferumfang können sich ändern. Entscheidend sind die Herstellerangaben und die Bedienungsanleitung des konkret angebotenen Geräts.

3 Kommentare zu „Gesund und schnell grillen mit dem Kontaktgrill“

  1. Achtet auf jedem Fall bei einem Kontakgrill darauf, dass sie sich Platten gut säubern lassen. Das ist das wichtigste, das ist das Unterscheidungsmerkmal. Grillen tun alle Grills …

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